Mittwoch, 8. August 2007

Elementare Fragen

Habe zwei kleine, aber feine (und in meinen Augen auch sehr interessante) Fragen im Netz "entdeckt", die ich Dir natürlich nicht vorenthalten mag (ebenso wenig, wie meine Ansichten dazu):

Ist es denn nicht möglich, sicher zu sein, ohne sich abhängig zu machen? Ist es denn nicht möglich, einander Freiheit zu gewähren, ohne sich unsicher zu werden?

Meine Ansichten dazu (wäre über Feedback bzw. Deine Meinung darüber natürlich sehr, sehr dankbar!):

Falls Du Bodo Schäfer kennst, mag Dir der folgende Satz geläufig sein: “Wer etwas festhält behindert den Fluss des Universums“. Denke das trifft auf den ersten Teil der Frage zu, denn: Wer festhalten will, macht sich sicherlich auch abhängig vom Vorhandensein des “Festzuhaltenden“. Wer dies allerdings nicht tut und “Sicherheit“ (wie auch immer diese definiert sein mag) in der eigenen Unabhängigkeit sucht und findet, hat doch quasi “die erste Maxime“ erfüllt und gezeigt, dass es möglich ist
Zum zweiten Teil: Erinnert mich im ersten Moment an “Liebe ist das Kind der Freiheit“ von Michael Möller. Bin mir nicht sicher, aber glaube der Spruch kommt eigentlich ursprünglich aus dem französischen... Naja, egal an dieser Stelle. Jedenfalls trifft's dieser Satz auch sehr gut: Einander Freiheit zu gewähren ist sehr schwierig, insbesondere wenn man die Angst verspürt, man könne einander verlieren. In Wahrheit bedeutet das aber nur, dass man in sich selbst noch “unfrei“ und noch nicht “unabhängig“ ist (siehe Antwort zu Teil 1). Ich wage zu behaupte, dass, sofern man mit sich selbst im Reinen ist und das eigene Leben genießt, auch die nötige Kraft (und “Freiheit“ - im Gegensatz zur Unfreiheit) hat, einander den dringend erforderlichen Raum zu geben. Wenn das klappt, sollte sich - aber das ist nur eine Vermutung - auf lange Sicht gesehen eine gewisse “Grundsicherheit“ aufbauen.


-- Carsten

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