
Ich liebe dieses Wort :)
In meinem letzten Post habe ich ja über das inspirierende Telefonat mit Daniel gesprochen. Genau, das Wort "Frustrationstoleranzgrenze" kommt von ihm (wenn ich mich recht entsinne). Er kam darauf, als wir uns über die Mathematik, mathematische Beweise und dergleichen unterhalten haben. Jeder, der sich schon mehrere Male mit mathematischen Beweisen auseinander gesetzt hat weiß, dass man teilweise Stunden, Tage oder manchmal auch noch länger an einer Beweisführung sitzen kann und schlichtweg nicht weiterkommt. Die meisten Menschen würden bestimmt (das nehme ich nun einfach mal so an) nach ein paar Stunden oder Tagen aufgeben, wenn sie die Lösung bis dahin noch nicht hätten.
Nicht so Mathematiker/Informatiker (Physiker sind sicher vom selben Schlag, aber da ich zu wenige Physiker kenne, lasse ich diese vorerst mal aus)! Wir (die kollektive Masse der Beweise-liebenden Gesellschaft) lernen praktisch im Studium so stark an eine mögliche Lösung zu glauben, dass es uns nichts ausmacht, auch nach Stunden, Tagen oder Wochen noch kein Ergebnis zu haben. Das drückt Daniels "Frustrationstoleranzgrenze" einfach zu göttlich aus :)
Ein dazu passendes Beispiel: Vor kurzem saß ich an einer Aufgabe aus einer alten theo. Inf. Klausur (es ging um Reduktion), die keiner meiner Kommolitonen, die ich bisher so kennen gelernt habe, lösen konnte, mich inbegriffen. Dennoch ließ mir diese spezielle Aufgabe keine Ruhe. Den vorletzten Abend (um 18h00) vor der BKfS-Klausur hab' ich mich nochmals hingesetzt und meine Ideen, die ich bereits zu der Aufgabe notiert habe, wieder hervorgekramt. Nichts schien zu funktionieren, egal was ich versuchte. Nach weiteren 8 Stunden des probierens (mittlerweile hatte ich seit 2h Geburtstag) probierte ich eine weitere Idee aus. Okay, genau genommen habe ich 2 alte Ideen auf eine gewisse Art und Weise kombiniert - und erstaunlicherweise passte es. Diese Momente, in denen man realisiert, dass es wirklich passt und man das Ergebnis, was man seit ewiger Zeit gesucht hat, in den Händen hält, sind absolut toll. Man fühlt sich richtig gut :) Aber: All dies geht natürlich nur mit einer - na, wisst ihr's? Genau! - hohen Frustrationstoleranzgrenze!
In diesem Sinne wünsch' ich euch viel Durchhaltevermögen und viel Erfolg beim Ausbau eurer FTG!
-- Carsten
2 Kommentare:
"Frustrationstoleranzgrenze", ein sehr schönes Wort ;-)
Allerdings fehlt mir noch eine kleine Skala, wo man die entsprechenden Werte der Frustration eintragen kann.
Meiner Ansicht nach gibt es immer bestimmte Punkte:
- Hilfe, ich möchte nicht mehr
- Langsam ist die Welt wirklich doof
- Wieso kenne ich niemanden, der diese Aufgabe lösen kann
Aus meiner Sichtweise ist immer der schlimmste Punkt:
Hilfe, ich bin alleine auf diesem Planeten und komme nie weg, falls dieses nicht gelöst wird. Aber ich denke du kennst diesen Zustand selber recht gut ;-)
Auf der Suche nach Mayonaise.
Viel Grüße
-- Sponge-Tim
*breitgrins* Deine Einstufung ist sehr geil - und so wahr ;) Vllt. sollte man die mal allen Studienanfängern im Bereich Informatik und Mathematik nahebringen - dann fliehen ad hoc erstmal 25% :D
-- Carsten
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