Mittwoch, 22. August 2007

Kleines Gedankenexperiment

Stelle dir vor, du träumst von einer dir sehr lieben Person. Du malst dir einen Tag eurer Zukunft im Traum in den allerschönsten Farben und Details aus. Du fühlst dich geborgen, verstanden, quasi angekommen im Paradies. Du bist der glücklichste Mensch auf der Welt und magst in diesem Moment am liebsten die ganze Menschheit umarmen. Nun stellt sich dir aber die Frage: Ist es tatsächlich real? Es ist einfach zu schön, um wahr zu sein. Also fragst du deinen “Traum”-Partner: “Dieser Tag, dieser Moment, möge niemals enden. Aber ist es wirklich real, bist du wirklich real? Ich kann mein Glück einfach nicht fassen. Bitte sage mir, ob ich das hier nicht nur alles träume!”.

Genau hier zeigt sich aber der kritische Punkt: Wenn dein Partner dir versichert, es sei alles real, woher weißt du dann, dass es das wirklich ist und du dir diese Aussage nicht nur “erträumt” hast? Ebenso umgekehrt, wenn dein Partner dir die Existenz des gegenwärtigen Augenblicks nicht bestätigt.

Es ist immer das real, was wir uns als real vorstellen. Genauer: Es ist das real, was unser Gehirn uns vorspielt. Woran sollten wir auch unterscheiden können, was real und was Traum ist, wenn wir eine von unserem Gehirn “simulierte” Umgebung vorgesetzt bekommen, in der wir uns bewegen können, ohne Chance quasi “von außen” auf diese Simulation schauen und entscheiden zu können, ob diese der “Wirklichkeit” (was auch immer die Wirklichkeit sein mag) tatsächlich existiert. Prinzipiell könnte uns unser Gehirn jede Projektion der “Wirklichkeit” vorsetzen, die es mag - wir könnten es ohne Feedback der Außenwelt nicht von der allgemein wahrgenommenen Art der Umwelt unterscheiden.

Für alle Freunde der Informatik sei an dieser Stelle gesagt: Ja, sicherlich handelt es sich um ein unentscheidbares Problem.

Fazit: Die uns von unserem Gehirn “servierte” Projektion der Umwelt bestimmt als die Sicht auf die Welt. Böse ausgedrückt sind wir ein “Spielzeug” unseres Gehirn.

-- Carsten

1 Kommentar:

Freaky Alien hat gesagt…

Da gibst du dir so viel Mühe deinen Blog aktuell zu halten und keiner Antwortet darauf. Das kann ich einfach nicht mit ansehen. Also schreibe ich hier was. Ein kleines Gedankenexperiment: Was bestimmt, wer geistig krank ist. Die Mehrheit, denn sie ist geistig gesund und bestimmt, wie mit den unglücklichen Menschen in ihrer Mitte zu verfahren ist. Und wenn die Welt vor die Hunde geht, findest du dich in einer Gummizelle wieder und die Wahnsinnigen leiten die Show.
Im Grunde das Gleiche wie der von dir genannte Fall, nur etwas böser. Nein natürlich ist das was ganz anderes. Aber ich musste halt daran denken. Eigentlich muss ich ziemlich oft daran denken ...